Woher kommen die Modetrends?

In den zwanziger Jahren hat George Taylor, ein amerikanischer Ökonom, eine Aussage gemacht, in der er behauptete, dass die Röcke kürzer werden, wenn es wirtschaftlich gut geht und dass die Röcke immer länger werden, wenn es wirtschaftlich schlecht geht. Dieser Mann hat bis heute immer noch recht.
Die Erklärung, die dafür gegeben wird, lautet, dass die Menschen auf konservative Werte zurückgreifen, wenn es wirtschaftlich schlechter geht, und dass sie sich daher auch solider kleiden. Wenn es wirtschaftlich gut geht, dann fühlen sich die Menschen selbstsicherer und kleiden sich immer herausfordernder.

Wodurch kommt das?
Wir sind alle Menschen und wir sind, wie individuell wir uns auch selbst finden, doch Herdentiere. Wir sehen alle die gleiche Welt, die gleichen Bilder und wir erleben im Großen und Ganzen alle die gleichen Dinge. Das bedeutet daher aber auch, dass wir im Großen und Ganzen auch das Gleiche sehen und tun wollen. Viele Menschen werden sich dessen jedoch kaum oder nicht bewusst sein, aber manche Menschen sind sich dessen doch sehr bewusst. Sie erleben das viel schneller und intensiver als ein durchschnittlicher Mensch. Dies sind oft Künstler, Artisten und Designer. Unter diesen Menschen können Sie auch die sogenannten Trendsetter finden.

Amerikanischer ökonom George Taylor

Was sind Trendsetter und was tun sie?

Sie sind zum Beispiel die/der eine ausgefallen gekleidete Frau oder Mann, die/der sich nicht von der Menschenmasse beeinflussen lässt und gerade das trägt und tut, was sie oder er selbst will. Vielleicht ist es dieser Person selbst nicht einmal bewusst, dass sie oder er gerade einen Trend auslöst. Die Chancen stehen gut, dass diese Person, auch wenn es ihr selbst nicht bewusst ist, gerade von einem Trendbeobachter gesichtet wird.

Was ist ein Trendbeobachter?

Ein Trendbeobachter oder Futurologe ist jemand, der sich mit dem Sichten von Trends beschäftigt. Trendbeobachter reisen um die ganze Welt und besuchen so viele Städte, Museen und Veranstaltungen wie möglich. Selbstverständlich verbringen sie auch sehr viel Zeit in den sozialen Medien. Dann werden Zusammenhänge zwischen allen Informationen, die sie gewonnen haben, hergestellt. Wenn sich beispielsweise herausstellt, dass an vielen verschiedenen Orten, unabhängig voneinander, viele trendy Menschen plötzlich das Bedürfnis haben, weiße Turnschuhe zu tragen, dann sind dies wertvolle Informationen für die Schuhgeschäfte. Das geht jedoch weit über den Bereich der Mode hinaus. Auch Automarken, Gartencenter und die Lebensmittelindustrie nutzen Trendbeobachter. Wohlgemerkt, ein Trendbeobachter macht grundsätzlich keine Trends, sondern sichtet sie nur. Obwohl dabei natürlich eine Wechselwirkung entsteht. An einem gewissen Punkt verschwimmt die Grenze auch manchmal. Wird etwas ein großer Trend, weil die Trendbeobachter es gut und rechtzeitig entdeckt haben, oder wird etwas einfach nur ein Trend, weil die Trendbeobachter den Tipp gegeben haben?                                                                                                                                                                       

Wie ich schon erwähnte, sind dies wertvolle Informationen und hierfür wird dann auch sehr viel Geld ausgegeben. Also Grund genug für große Trendagenturen, um so gut wie möglich vorhersagen zu können, was ein sehr großer kommerzieller Trend werden wird und was weniger gut bei der breiten Öffentlichkeit ankommen würde. So hörte ich heute, dass eine sehr große Internet-Trendagentur bereits Mathematiker einstellt, um Berechnungsmodelle zu entwickeln, mit denen sie ungefähr berechnen können, welcher Trend die meisten Erfolgschancen hat.  

Wie funktioniert ein Trend?

Lassen Sie mich als Beispiel den „Holzfäller-Look“ nehmen. Männer mit Bärten, Holzfällerhemden und robusten Rucksäcken. Woher kommen die so plötzlich? Dies beginnt irgendwo mit einigen Trendsettern, die dies auf einmal tragen. Diese Männer werden gesichtet und fotografiert und die Fotos gehen dann um die Welt. Dann gibt es schon eine etwas größere Gruppe, die diese Fotos sieht und dann das Gleiche tut. Und so entsteht ein Schneeballeffekt, bis die Männer, die damit ursprünglich angefangen haben, nicht mehr mit den Massen von Männern, die jetzt auch so aussehen, in Verbindung gebracht werden wollen. Außerdem hat die Gruppe der Trendsetter schon längst wieder etwas Neues entdeckt und das gleiche Prinzip beginnt wieder von vorne. Vielleicht sogar mit der gleichen Gruppe der Trendsetter, oder mit anderen, das spielt für einen Trend eigentlich keine Rolle.                                                                                    

Warum ist der „Holzfäller-Look“ plötzlich so modern? Das hat mehrere Ursachen. Zunächst wollen die Menschen zurück zur Natur, das ist auch eine Antwort auf die wachsende Anzahl Stunden, die wir vor Bildschirmen verbringen. Außerdem sieht man auch wieder, dass Männer cool und männlich sein wollen. Sie wollen Bäume fällen, angeln, Steaks grillen und zelten. Und dabei tragen sie coole karierte Flanellhemden und traditionell hergestellte Rucksäcke. Dieser Look passt auch prima zur Wiederbelebung des Musikstils Grunge. Ein Musikgenre aus den 90er Jahren, das jetzt wieder zurückkommt. Eine weitere Erklärung für diesen „Holzfäller-Look“ könnte auch sein, dass die Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise auf einen etwas altmodischeren Look zurückgreifen, der sie an die Vergangenheit erinnert und damit fühlen sich viele Menschen sicher und geborgen.

Was ist ein Trendfolger?                                                                                                                                      

Der Trendfolger ist jemand, der sich hiermit überhaupt nicht so viel beschäftigt. Er sieht ein Kleidungsstück im (Webshop) Geschäft, und wenn es ihm gefällt, dann kauft er es. Der Trendfolger will einfach nur schöne Kleidung, die ihm gut passt und keinen weiteren Aufwand. Deshalb gehört Plusman auch zu den Trendfolgern. Wir schauen uns alle aktuellen Trends an und lassen uns davon inspirieren, aber wir stellen immer eine Plusman-Kollektion zusammen, denn die spiegelt wider, was wir sind.

Linda Truijens